Da FIP eine schwere und tödliche Krankheit ist und man über Jahrzehnte keine brauchbare Lösung zur Reduzierung dieser gefürchteten „Seuche" fand, habe ich sehr viele Hilferufe, Dankesschreiben und Ermunterungen für meinen Artikel erhalten. Man kann sich kaum vorstellen, wie Züchter sich gegenseitig ins Abseits drängen und versuchen den ändern aus der Szene zu mobben.
Dabei sind es gerade diese Personen, welche Ungeheuerliches zu vertuschen haben. Es gibt sehr seriöse Züchter, welche wegen einem FIP-Fall nicht nur ihre kleine Zucht auflösen, sondern persönlich ernsthaft krank werden, an sich selber zweifeln, depressiv werden und ärztliche Betreuung benötigen.
Und dies sind keine Einzelfälle. Viele werden an den Rand einer Identitätskrise getrieben und werden behandelt als ob sie selbst „Pest oder Cholera" hätten.
Es darf einfach nicht mehr sein, dass Tierärzte bei FIP-Fällen ihren Kunden anraten den ganzen Bestand zu eliminieren, sei es nun eine Zucht oder ein Privat-Haushalt.
Es ist allerhöchste Zeit, dass Tierärzte erwachen und bereit sind, sich auch einmal über die Landesgrenzen hinaus zu informieren.
Die meisten Tierärzte raten zur sofortigen Euthanasie, wenn sie eine Katze mit FIP- Verdacht auf dem Behandlungstisch haben. Sie wissen keine andere Lösung, keine Behandlungs-Vorschläge, keine haltbare Prophylaxe, einfach nichts, basta, das war's. Züchter und Katzenbesitzer leben mit diesen Problemen, lieben ihre Tiere, möchten sie therapieren, wenn möglich retten, suchen nach Lösungen und vor allem nach Ursachen. Jedes Problem kann nur behoben werden, wenn man die Ursache kennt.
FIP kommt AUS der Katze
Die genetische Veranlagung für die Entwicklung von FIP wurde 1996 von Dr. Niels Peterson USA entdeckt. Er hatte Zucht- und Gesundheitsdaten über zehn Generationen und mehreren Rasse-Katzenlinien durchleuchtet. Das FECV-Virus welches in jedem Katzenhaushalt vorkommt, gehört zur Gruppe der Coronaviren und besteht zu einer großen Zahl aus Nukleotiden, welche sehr anfällig für Mutationen sind. Aktuelle Forschungen haben ergeben, dass solche Mutationen des FECV in der einzelnen Katze selbst stattfinden. Daher Weiß man jetzt, dass die betroffenen Katzen nicht etwa FIP aufschnappen, sondern aus den eigenen mutierten FECV s entwickeln. Diese Tatsache hat führende FIP-Forscher zur Aussage bewogen, dass FIP-kranke Katzen kein Risiko für andere Katzen darstellen und aus diesem Grund nicht isoliert werden müssen.
WAS können Züchter tun?
Züchter können und müssen die Abstammung ihrer Katzen kennen und analysieren. Stammbäume müssen verglichen werden. Bei FIP-Fällen ist abzuklären, ob die Kätzin oder der Kater die genetische Disposition besitzt (oder gar beide).
Auch bei Totgeburten oder häufigem Welpensterben sind die Stammbäume der Elterntiere zu durchleuchten. Mancher Züchter hat aus lauter Frust für teures Geld einen neuen Zuchtkater oder eine Zuchtkätzin gekauft, in der Hoffnung der Spuk sei nun vorbei, doch oftmals kam das Elend FIP beim nächsten Wurf mit voller Wucht zurück. Nebst diesen Aufwendungen wurden oft kostspielige Blut- und Kotproben gemacht, die jedoch keine brauchbaren Informationen lieferten.
Jeder seriöse Züchter Weiß, dass mit Züchten kein Geld zu verdienen ist. Im Gegenteil, es ist ein sehr kostspieliges Hobby. Aber Krankheiten wie die FIP bringt manchen liebenden Katzenbesitzer nahe an den finanziellen Ruin, da er nichts unversucht lassen möchte und alle Möglichkeiten ausschöpfen will.
WAS können Käufer und Katzenbesitzer tun?
Hat ein Käufer ein Kätzchen gekauft, welches an FIP erkrankte, hat er bei einem seriösen Züchter ein neues Kätzchen zu gut. Da man heute weiß, dass FIP AUS der Katze kommt, kann nicht mehr davon ausgegangen werden, das Tier hätte es beim neuen Besitzer erworben. Allerdings sollte der Käufer auch nicht über den Züchter herziehen, ihn durch den Schmutz ziehen und kein Kätzchen mehr von ihm akzeptieren. Der Dialog ist zu suchen und zu hoffen, dass man sich gütlich einig wird.
Der Züchter soll ehrlich sein und dem Käufer ein Kätzchen aus einer anderen Verpaarung anbieten, welches nach bestem Wissen und Gewissen gesund ist. Akzeptiert der Käufer das nicht, holt ihn in einer anderen Zucht vielleicht das gleiche Schicksal wieder ein. Es wäre alles im Leben viel einfacher nach dem Motto: Ehrlichkeit, Toleranz und vor allem Miteinander statt Gegeneinander!
Dieser Artikel ist auf vielfachen Leserwunsch entstanden. E-Mail bitte an: sugar-mouse@bluemail.ch
Liebe Grüsse von A. Akermann
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